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Veröffentlichungen der These der Zweipolschollen-Kontinentenverschiebung
und
Diskussionen zu diesem Thema mit anerkannten Wissenschaftlern in Form von umfangreichen Korrespondenzen
Der Nachlaß von Hellmuth Hieronymus, anerkannter Wissenschaftler der Geologie und Astronomie in den 40iger bis 70ziger Jahren, besteht aus einer umfangreichen Korrespondenzen mit bekannten Wissenschaftlern aus Bereichen der Physik, Geologie, Astronomie wie z.B. Prof. Dr. Werner von Heisenberg, Prof. Dr. Kurt Wegener und v.a.
Die Korrespondenzen haben überwiegend das Lebenswerk von H. Hieronymus zum Thema: Die Aufstellung der Hypothese der Kontinentenverschiebung ausgehend von zwei Polschollen - im Gegensatz zu der anerkannten Hypothese der Kontinentenverschiebung durch Prof. Dr. Alfred Wegener, die von einer einzigen Kontinentalscholle ausgeht.
Es ist nicht die Aufgabe eines Einführungstextes, den wissenschaftlichen Disput WEGENER - HIERONYMUS fortzusetzen. Deshalb werden an dieser Stelle für alle Interessierten nur die Grundthesen der Festlandsverschiebungslehre von WEGENER und der Zweipolschollenhypothese der Kontinentverschiebung von HIERONYMUS in Erinnerung gebracht und gegenübergestellt.
Nach WEGENER sollen sich die Kontinente aus einer einzigen, einseitig auf der Erde liegenden Schollenplatte gebildet haben: Diese Schollenplatte soll in der Karbonzeit aufgespalten worden sein und die leichten Sial-Festlandsschollen sollen in der Folge auf dem schweren und zähen Sima-Untergrund auseinanderdriften.
In Gegensatz hierzu nimmt HIERONYMUS in seiner Zweipolschollenhypothese zwei Erstarrungsschollen bzw. Erstarrungskappen an den Polen der Erde an. Diese Polarkappen sollen lange vor der Karbonzeit durch eine Initialkatastrophe zerrissen worden sein. Die Teilstücke, die dabei entstanden sind und, die zunächst nur Festlandskerngrösse hatten, sollen demnach – der Polfluchtkraft folgend - äquatorwärts driften. Die Urschollen entfernen sich bei ihrer Wanderung voneinander, weil mit zunehmenden Polabstand der zur Verfügung stehende Raum zunehmend wächst - wie es der Verlauf der Meridiane deutlich veranschaulicht. So wäre z.B. der heutige Abstand von Afrika und Südamerika zu erklären, und zwar ohne die Annahme einer grossen Erdballausdehnung, wie sie von der Gegentheorie behauptet wird.
Die Vorzüge seiner Hypothese von zwei polaren Erstarrungskappen gegenüber den von einer einheitlichen Erdkrustenplatte ausgehenden Hypothesen, hat HIERONYMUS ausführlich in seiner Arbeit "Eine Zweipolschollenhypothese für die Erde" dargelegt und erläutert. Diese Veröffentlichung in "Geofisica pura e applicata", Milano 1949, Bd. XIV, Heft 3/4, hat seinerzeit ein beachtliches Aufsehen in der Geowissenschaft hervorgerufen und bei zahlreichen ernstzunehmenden Gelehrten Anklang und Zustimmung gefunden. Die Diskussion, die sich daraufhin in der Fachwelt entfachte, fand ihren Niederschlag in vielen Veröffentlichungen und in der umfangreichen Korrespondenz, die HIERONYMUS hinterlassen hat und die nun für die Nachwelt vorliegt.
Der Streit der Fachgelehrten über das Pro und Kontra der Hypothesen von WEGENER und von HIERONYMUS setzte sich fort. Für seine Zweipol- schollenhypothese griff HIERONYMUS noch im Jahr 1967 in die Ausein- andersetzung ein ("Zeitschrift für Geophysik", Jahrgang XXXIII, Heft 6 /1967/). Das Echo der Fachwelt war darauf genauso stark, wie auf die Erstveröffentlichung im Jahr 1949.
Und der Disput wird fortdauern, auch über den Tod von HIERONYMUS hinaus. Die Fachmeinungen tendieren zwar mehr zur Anerkennung der Festlandsver- schiebungslehre von WEGENER, obwohl dessen Hypothesen bisher ebenso wenig bewiesen wurden wie die durch HIERONYMUS aufgestellte Theorie von den Anhängern WEGENERS widerlegt werden konnte.
Bis zum endgültigen "quod erat demonstrandum" wird die Wissenschaft mit beiden Theorien leben müssen. Die neuzeitlichen Untersuchungen auf dem Gebiet des Paläomagnetismus bringen immer wieder neue Erkenntnisse, die ihrerseits die Diskussion über Kontinentverschiebungen von neuem beleben. Die modernen Forschungsergebnisse und eine nochmalige gründliche Auswertung des wissenschaftlichen Nachlasses von HIERONYMUS könnten möglicherweise zu einer Klärung der offenen Fragen führen.
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